Deutsch C2 · Lektion 1 · Einheit 1.3
Im Lektorat
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Hörszene: Weniger ist mehr
Die Lektorin Frau Lang bespricht mit dem Autor Tim den Entwurf seines Sachbuchs. Achten Sie darauf, welche Formulierungen sie kritisiert und warum.
- Frau LangTim, Ihr Kapitel über den Klimawandel hat starke Passagen. Aber an manchen Stellen versteckt sich die Aussage hinter Floskeln.
- TimZum Beispiel?
- Frau LangGleich im ersten Absatz: Es lässt sich in gewisser Weise durchaus sagen, dass die Lage nicht ganz unproblematisch ist. Was genau wollen Sie sagen?
- TimDass die Lage ernst ist. Ich wollte nur nicht zu alarmistisch klingen.
- Frau LangDas verstehe ich. Aber vier Abschwächungen in einem Satz wirken nicht vorsichtig, sondern unentschlossen. Schreiben Sie: Die Lage ist ernst. Und belegen Sie es im nächsten Satz.
- TimKlingt das nicht zu hart?
- Frau LangNicht, wenn die Belege stimmen. Vorsicht gehört zu den Daten, nicht zur Grammatik. Wo die Studienlage unsicher ist, sagen Sie es genau dort.
- TimUnd was ist mit der Stelle über die Herausforderungen der Energiewende? Die fanden Sie auch zu weich, oder?
- Frau LangHerausforderung ist inzwischen ein Wort für alles. Nennen Sie das konkrete Problem: fehlende Leitungen, lange Genehmigungen, steigende Kosten.
- TimGut. Dann streiche ich die Hälfte der Adjektive.
- Frau LangDas wäre ein Anfang. Erfahrungsgemäß wird ein Text dadurch nicht ärmer, sondern klarer.
Übung 3: Genau zugehört
Beantworten Sie die Fragen.
- Was kritisiert Frau Lang am ersten Absatz?
- Warum hat Tim so vorsichtig formuliert?
- Wohin gehört die Vorsicht laut Frau Lang?
- Was soll Tim statt des Wortes Herausforderung schreiben?
Lösungen anzeigen
- Die Aussage versteckt sich hinter vielen Abschwächungen und Floskeln.
- Er wollte nicht alarmistisch klingen.
- Zu den Daten: Unsicherheit soll dort benannt werden, wo die Studienlage unsicher ist.
- Das konkrete Problem, zum Beispiel fehlende Leitungen, lange Genehmigungen, steigende Kosten.