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Deutsch C2 · Lektion 1 · Einheit 1.3

Im Lektorat

Hören · ca. 10 Min.

SpracherwerbTheorien und BefundeVorlesung · 10 Uhr c.t.

Hörszene: Weniger ist mehr

Die Lektorin Frau Lang bespricht mit dem Autor Tim den Entwurf seines Sachbuchs. Achten Sie darauf, welche Formulierungen sie kritisiert und warum.

  1. Frau LangTim, Ihr Kapitel über den Klimawandel hat starke Passagen. Aber an manchen Stellen versteckt sich die Aussage hinter Floskeln.
  2. TimZum Beispiel?
  3. Frau LangGleich im ersten Absatz: Es lässt sich in gewisser Weise durchaus sagen, dass die Lage nicht ganz unproblematisch ist. Was genau wollen Sie sagen?
  4. TimDass die Lage ernst ist. Ich wollte nur nicht zu alarmistisch klingen.
  5. Frau LangDas verstehe ich. Aber vier Abschwächungen in einem Satz wirken nicht vorsichtig, sondern unentschlossen. Schreiben Sie: Die Lage ist ernst. Und belegen Sie es im nächsten Satz.
  6. TimKlingt das nicht zu hart?
  7. Frau LangNicht, wenn die Belege stimmen. Vorsicht gehört zu den Daten, nicht zur Grammatik. Wo die Studienlage unsicher ist, sagen Sie es genau dort.
  8. TimUnd was ist mit der Stelle über die Herausforderungen der Energiewende? Die fanden Sie auch zu weich, oder?
  9. Frau LangHerausforderung ist inzwischen ein Wort für alles. Nennen Sie das konkrete Problem: fehlende Leitungen, lange Genehmigungen, steigende Kosten.
  10. TimGut. Dann streiche ich die Hälfte der Adjektive.
  11. Frau LangDas wäre ein Anfang. Erfahrungsgemäß wird ein Text dadurch nicht ärmer, sondern klarer.

Übung 3: Genau zugehört

Beantworten Sie die Fragen.

  1. Was kritisiert Frau Lang am ersten Absatz?
  2. Warum hat Tim so vorsichtig formuliert?
  3. Wohin gehört die Vorsicht laut Frau Lang?
  4. Was soll Tim statt des Wortes Herausforderung schreiben?
Lösungen anzeigen
  1. Die Aussage versteckt sich hinter vielen Abschwächungen und Floskeln.
  2. Er wollte nicht alarmistisch klingen.
  3. Zu den Daten: Unsicherheit soll dort benannt werden, wo die Studienlage unsicher ist.
  4. Das konkrete Problem, zum Beispiel fehlende Leitungen, lange Genehmigungen, steigende Kosten.