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Deutsch C1 · Lektion 2 · Einheit 2.6

Ein Streitgespräch

Hören · ca. 15 Min.

Hörszene: Optimierung als Pflicht?

Im Kulturradio diskutieren die Philosophin Frau Dr. Lang und der Unternehmensberater Herr Brandt über Selbstoptimierung. Es werden keine medizinischen Aussagen getroffen.

  1. Frau Dr. LangWas mich an der Debatte stört, ist der Ton. Selbstoptimierung wird als Freiheit verkauft, wohingegen sie für viele längst zur Pflicht geworden ist.
  2. Herr BrandtDas sehe ich anders. Wenngleich der Begriff negativ klingt, steckt dahinter doch ein urmenschliches Bedürfnis: besser zu werden.
  3. Frau Dr. LangGegen das Bedürfnis habe ich nichts. Bedenklich finde ich, wenn der Einzelne allein dafür verantwortlich gemacht wird, mit immer höheren Anforderungen klarzukommen.
  4. Herr BrandtAber wer soll sonst verantwortlich sein? Unternehmen können niemanden zwingen, sich weiterzubilden.
  5. Frau Dr. LangNicht zwingen, aber Strukturen schaffen. Es wäre zu prüfen, inwiefern ständige Erreichbarkeit und knappe Personalplanung den Druck erst erzeugen, den man dann dem Einzelnen anlastet.
  6. Herr BrandtDas mag in manchen Branchen zutreffen. Selbst wenn es so wäre, bliebe die Frage, wie man im globalen Wettbewerb bestehen will, ohne Leistung zu fordern.
  7. Frau Dr. LangSo berechtigt diese Frage auch ist, sie unterstellt, dass mehr Druck automatisch mehr Leistung bedeutet. Genau das wäre erst einmal zu belegen.
  8. Herr BrandtDa gebe ich Ihnen recht: Wir brauchen bessere Daten. Und vielleicht auch eine ehrlichere Sprache. Von außen betrachtet, wirkt vieles freiwilliger, als es ist.

Übung 5: Genau zugehört

Beantworten Sie die Fragen.

  1. Was kritisiert Frau Dr. Lang am Diskurs über Selbstoptimierung?
  2. Wie sieht Herr Brandt das Streben nach Verbesserung?
  3. Was sollten Unternehmen laut Frau Dr. Lang tun?
  4. Welche Annahme stellt Frau Dr. Lang infrage?
  5. Worin stimmen beide am Ende überein?
Lösungen anzeigen
  1. Dass sie als Freiheit verkauft wird, für viele aber zur Pflicht geworden ist.
  2. Als urmenschliches Bedürfnis.
  3. Strukturen schaffen, statt den Druck allein dem Einzelnen anzulasten.
  4. Dass mehr Druck automatisch mehr Leistung bedeutet.
  5. Dass bessere Daten und eine ehrlichere Sprache nötig sind.