Deutsch C1 · Lektion 2 · Einheit 2.6
Ein Streitgespräch
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Hörszene: Optimierung als Pflicht?
Im Kulturradio diskutieren die Philosophin Frau Dr. Lang und der Unternehmensberater Herr Brandt über Selbstoptimierung. Es werden keine medizinischen Aussagen getroffen.
- Frau Dr. LangWas mich an der Debatte stört, ist der Ton. Selbstoptimierung wird als Freiheit verkauft, wohingegen sie für viele längst zur Pflicht geworden ist.
- Herr BrandtDas sehe ich anders. Wenngleich der Begriff negativ klingt, steckt dahinter doch ein urmenschliches Bedürfnis: besser zu werden.
- Frau Dr. LangGegen das Bedürfnis habe ich nichts. Bedenklich finde ich, wenn der Einzelne allein dafür verantwortlich gemacht wird, mit immer höheren Anforderungen klarzukommen.
- Herr BrandtAber wer soll sonst verantwortlich sein? Unternehmen können niemanden zwingen, sich weiterzubilden.
- Frau Dr. LangNicht zwingen, aber Strukturen schaffen. Es wäre zu prüfen, inwiefern ständige Erreichbarkeit und knappe Personalplanung den Druck erst erzeugen, den man dann dem Einzelnen anlastet.
- Herr BrandtDas mag in manchen Branchen zutreffen. Selbst wenn es so wäre, bliebe die Frage, wie man im globalen Wettbewerb bestehen will, ohne Leistung zu fordern.
- Frau Dr. LangSo berechtigt diese Frage auch ist, sie unterstellt, dass mehr Druck automatisch mehr Leistung bedeutet. Genau das wäre erst einmal zu belegen.
- Herr BrandtDa gebe ich Ihnen recht: Wir brauchen bessere Daten. Und vielleicht auch eine ehrlichere Sprache. Von außen betrachtet, wirkt vieles freiwilliger, als es ist.
Übung 5: Genau zugehört
Beantworten Sie die Fragen.
- Was kritisiert Frau Dr. Lang am Diskurs über Selbstoptimierung?
- Wie sieht Herr Brandt das Streben nach Verbesserung?
- Was sollten Unternehmen laut Frau Dr. Lang tun?
- Welche Annahme stellt Frau Dr. Lang infrage?
- Worin stimmen beide am Ende überein?
Lösungen anzeigen
- Dass sie als Freiheit verkauft wird, für viele aber zur Pflicht geworden ist.
- Als urmenschliches Bedürfnis.
- Strukturen schaffen, statt den Druck allein dem Einzelnen anzulasten.
- Dass mehr Druck automatisch mehr Leistung bedeutet.
- Dass bessere Daten und eine ehrlichere Sprache nötig sind.