Deutsch C2 · Lektion 3 · Einheit 3.1
Was heißt Industrie 4.0?
Herkunft und Bedeutung · ca. 15 Min.
Ein Begriff macht Karriere
Der Begriff Industrie 4.0 wurde im Jahr 2011 einer breiten Öffentlichkeit auf der Hannover Messe vorgestellt. Geprägt haben ihn Henning Kagermann, Wolfgang Wahlster und Wolf-Dieter Lukas im Umfeld der Hightech-Strategie der Bundesregierung.
Die Zahl spielt auf eine Abfolge industrieller Revolutionen an: auf die Mechanisierung mit Wasser- und Dampfkraft, die Massenfertigung mit elektrischer Energie und die Automatisierung durch Elektronik und Informationstechnik. Die vierte Stufe beschreibt Fabriken, in denen Maschinen, Werkstücke und Software in Echtzeit miteinander vernetzt sind.
Im Zentrum stehen sogenannte cyber-physische Systeme: technische Systeme, die mechanische Bauteile mit Sensorik, Software und Kommunikation verbinden. Ein digitaler Zwilling bildet eine Anlage virtuell ab, sodass sich Änderungen erproben lassen, bevor sie in der realen Produktion umgesetzt werden.
Kritische Stimmen weisen darauf hin, dass der Begriff von Beginn an auch ein politisches und wirtschaftliches Programm war. Er beschreibe weniger einen abgeschlossenen Umbruch als eine Vision, die Unternehmen, Verbände und Politik gemeinsam vorantreiben wollten.
| Verbindung von Mechanik, Sensorik, Software und Kommunikation | das cyber-physische System |
| virtuelles Abbild einer realen Anlage | der digitale Zwilling |
| Wartung auf Grundlage von Sensordaten, bevor ein Schaden eintritt | die vorausschauende Wartung |
| Zeit, in der eine Anlage nicht produziert | die Stillstandzeit |
| Schutz vernetzter Systeme vor Angriffen | die Cybersicherheit |
Übung 1: Leseverstehen
Richtig oder falsch?
- Der Begriff wurde auf der Hannover Messe 2011 bekannt gemacht.
- Die dritte industrielle Revolution beruht auf der Dampfkraft.
- Ein digitaler Zwilling ersetzt die reale Anlage vollständig.
- Kritiker sehen im Begriff auch ein politisches Programm.
Lösungen anzeigen
- richtig
- falsch – sie beruht auf Elektronik und Informationstechnik.
- falsch – er bildet sie virtuell ab, um Änderungen zu erproben.
- richtig