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Deutsch C1 · Lektion 3 · Einheit 3.6

Ein Kolloquium

Hören · ca. 10 Min.

Hörszene: Darf man, was man kann?

In einem Kolloquium stellt die Doktorandin Lina ihr Forschungsprojekt zur Ethik der Genom-Editierung vor. Ihr Betreuer, Professor Max Hartmann, gibt Rückmeldung.

  1. LinaIn meinem Projekt vergleiche ich, wie Ethikgremien in Deutschland und anderen Ländern Eingriffe in die Keimbahn bewerten. Wie oben in meinem Exposé dargelegt, interessiert mich vor allem die Begründung, weniger das Ergebnis.
  2. MaxEin spannender Ansatz. Können Sie das an einem Beispiel erläutern?
  3. LinaGern. Der Deutsche Ethikrat hält fest, die Keimbahn sei nicht kategorisch unantastbar. Er lehnt klinische Anwendungen also nicht grundsätzlich ab, sondern wegen der derzeitigen Risiken.
  4. MaxDas ist ein wichtiger Unterschied. Andere argumentieren ja kategorisch, etwa mit der Würde künftiger Generationen.
  5. LinaGenau. Diese Gegenüberstellung bildet den Kern meines zweiten Kapitels. Ich räume allerdings ein, dass meine Auswahl an Ländern noch begrenzt ist.
  6. MaxDas sollten Sie in der Methodik offen ansprechen. Eine Frage noch zu Ihren Quellen: Stützen Sie sich nur auf die Stellungnahmen selbst oder auch auf die Sekundärliteratur?
  7. LinaBisher vor allem auf die Stellungnahmen. Aber Sie haben recht, die Rezeption in der Fachliteratur müsste ich stärker einbeziehen.
  8. MaxGut. Und achten Sie bei der Wiedergabe darauf, Positionen konsequent im Konjunktiv zu formulieren. Sonst wird nicht klar, wo die Quelle spricht und wo Sie selbst.

Übung 5: Genau zugehört

Beantworten Sie die Fragen.

  1. Was untersucht Lina in ihrem Projekt?
  2. Warum lehnt der Ethikrat laut Lina klinische Anwendungen ab?
  3. Welche Schwäche räumt Lina ein?
  4. Welche zwei Ratschläge gibt der Professor?
Lösungen anzeigen
  1. Wie Ethikgremien in verschiedenen Ländern Eingriffe in die Keimbahn bewerten, vor allem deren Begründung.
  2. Nicht grundsätzlich, sondern wegen der derzeitigen Risiken.
  3. Ihre Auswahl an Ländern ist noch begrenzt.
  4. Die Begrenzung in der Methodik offen ansprechen und die Sekundärliteratur einbeziehen; außerdem Positionen konsequent im Konjunktiv wiedergeben.