Deutsch C1 · Lektion 3 · Einheit 3.1
Der Hintergrund
Die Genschere · ca. 10 Min.
Eine Schere für das Erbgut
2012 beschrieben Martin Jinek, Emmanuelle Charpentier, Jennifer Doudna und weitere Autorinnen und Autoren in der Zeitschrift Science, wie sich ein bakterielles Abwehrsystem so programmieren lässt, dass es DNA an einer gewünschten Stelle schneidet. Das Verfahren, bekannt als CRISPR/Cas9, ist präziser, schneller und kostengünstiger als frühere Methoden.
2020 erhielten Charpentier und Doudna dafür den Nobelpreis für Chemie. Die Methode wird heute in der Grundlagenforschung, in der Pflanzenzüchtung und in der medizinischen Forschung eingesetzt.
Besonders umstritten sind Eingriffe in die menschliche Keimbahn, also Veränderungen, die an spätere Generationen weitergegeben würden. Der Deutsche Ethikrat kam 2019 in seiner Stellungnahme zu dem Ergebnis, die Keimbahn sei zwar nicht kategorisch unantastbar; klinische Anwendungen seien derzeit aber wegen unkalkulierbarer Risiken nicht verantwortbar. Er sprach sich für ein internationales Moratorium aus.
Übung 1: Leseverstehen
Beantworten Sie die Fragen.
- Was beschrieb der Artikel von 2012?
- Wofür erhielten Charpentier und Doudna 2020 den Nobelpreis?
- Was versteht man unter einem Eingriff in die Keimbahn?
- Wie lautete die Position des Deutschen Ethikrats 2019?
Lösungen anzeigen
- Wie sich ein bakterielles Abwehrsystem programmieren lässt, um DNA an einer gewünschten Stelle zu schneiden.
- Für die Entwicklung der Genschere CRISPR/Cas9.
- Eine Veränderung, die an spätere Generationen weitergegeben würde.
- Die Keimbahn sei nicht kategorisch unantastbar, klinische Anwendungen seien aber derzeit nicht verantwortbar; er forderte ein Moratorium.