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Deutsch C1 · Lektion 1 · Einheit 1.3

Podcast: Campusfunk

Hören · ca. 15 Min.

SpracherwerbTheorien und BefundeVorlesung · 10 Uhr c.t.

Hörszene: Brauchen wir noch Abschlussarbeiten?

Im studentischen Podcast Campusfunk spricht Lukas mit der Linguistin Frau Dr. Weber über den Sinn der Abschlussarbeit. Hören Sie zuerst ohne Text und notieren Sie die Hauptargumente beider Seiten.

  1. LukasHerzlich willkommen beim Campusfunk, dem Podcast von Studierenden für Studierende! Heute geht es um eine Frage, die viele von uns umtreibt: Ist die klassische Abschlussarbeit noch zeitgemäß? Zu Gast ist Frau Dr. Weber, Dozentin für Linguistik.
  2. Frau Dr. WeberHallo, ich freue mich, hier zu sein.
  3. LukasIch gebe zu, ich bin ein bisschen voreingenommen. Mich stört vor allem der enorme Druck. Man arbeitet monatelang allein an einem Thema, und am Ende lesen die Arbeit vielleicht drei Leute. Wäre ein Projekt im Team nicht viel näher an der späteren Berufspraxis?
  4. Frau Dr. WeberDen Druck kann ich gut nachvollziehen. Allerdings halte ich die Arbeit nach wie vor für unverzichtbar. Wer eine eigene Fragestellung entwickelt, Literatur kritisch auswertet und seine Ergebnisse schlüssig darstellt, erwirbt genau die Kompetenzen, die ein Studium ausmachen.
  5. LukasAber gilt das nicht genauso für Gruppenprojekte?
  6. Frau Dr. WeberTeilweise schon. Nur lässt sich bei Gruppenarbeiten kaum feststellen, wer welchen Beitrag geleistet hat. Und gerade die selbstständige Auseinandersetzung mit einem Thema ist der Kern wissenschaftlichen Arbeitens.
  7. LukasMag sein. Trotzdem schreiben viele meiner Kommilitonen ihre Arbeit nur, um sie abzuhaken. Von wissenschaftlicher Neugier ist da wenig zu spüren.
  8. Frau Dr. WeberDas hängt allerdings stark von der Betreuung ab. Wenn sich Betreuende Zeit nehmen und Studierende ein Thema wählen dürfen, das sie wirklich interessiert, sieht die Sache ganz anders aus.
  9. LukasUnd was ist mit KI-Werkzeugen? Wenn ein Programm in wenigen Minuten einen passablen Text erzeugt, verliert die schriftliche Arbeit als Prüfungsform doch an Aussagekraft.
  10. Frau Dr. WeberDas ist ein berechtigter Einwand. Deshalb wird an einigen Hochschulen diskutiert, die mündliche Verteidigung stärker zu gewichten. Wer seine Thesen im Gespräch überzeugend begründen kann, hat sie in der Regel auch selbst erarbeitet.
  11. LukasAlso ein Kompromiss: Die Arbeit bleibt, aber die Prüfung verändert sich.
  12. Frau Dr. WeberSo könnte man es zusammenfassen. Abschaffen würde ich sie jedenfalls nicht.
  13. LukasVielen Dank für das Gespräch, Frau Dr. Weber! Und euch danke fürs Zuhören – bis zur nächsten Folge!

Übung 2: Argumente erfassen

Beantworten Sie die Fragen in eigenen Worten.

  1. Welches Problem nennt Lukas zuerst?
  2. Welche Alternative schlägt er vor?
  3. Warum hält Frau Dr. Weber die Abschlussarbeit für unverzichtbar?
  4. Welches Problem sieht sie bei Gruppenarbeiten?
  5. Wovon hängt die Motivation der Studierenden laut Frau Dr. Weber ab?
  6. Welche Lösung wird für das Problem der KI-Werkzeuge diskutiert?
Lösungen anzeigen
  1. Den enormen Druck: Man arbeitet monatelang allein an einem Thema, das kaum jemand liest.
  2. Projekte im Team, weil sie näher an der Berufspraxis sind.
  3. Man lernt, eine eigene Fragestellung zu entwickeln, Literatur kritisch auszuwerten und Ergebnisse schlüssig darzustellen.
  4. Man kann kaum feststellen, wer welchen Beitrag geleistet hat.
  5. Von der Betreuung und davon, ob Studierende ein Thema wählen dürfen, das sie interessiert.
  6. Die mündliche Verteidigung stärker zu gewichten.