Deutsch C1 · Lektion 6 · Einheit 6.4
Ein Podcast über Gehen und Bleiben
Hören · ca. 10 Min.
Hörszene: Wer geht, wer bleibt?
Im Wirtschaftspodcast „Weltlage“ spricht die Ökonomin Maria Novak mit dem Ingenieur Karim Haddad, der nach zehn Jahren im Ausland zurückgekehrt ist.
- MariaHerr Haddad, Sie haben zehn Jahre in Kanada gearbeitet und sind jetzt zurück in Stuttgart. Was hat Sie damals zum Gehen bewogen?
- KarimEhrlich gesagt die Neugier. Und ein Angebot, das ich hier so nicht bekommen hätte: mehr Verantwortung, schon mit Anfang dreißig.
- MariaDamit sind Sie kein Einzelfall. Laut Statistischem Bundesamt ziehen seit Jahren mehr Deutsche fort, als zurückkommen. Man spricht gern von Brain Drain.
- KarimDen Begriff finde ich etwas zu dramatisch. Viele kommen ja zurück, und sie bringen Erfahrungen, Kontakte und Sprachen mit. Das wäre eher Brain Gain, nur zeitversetzt.
- MariaFür Länder, die dauerhaft ihre Ärztinnen und Ingenieure verlieren, sieht die Rechnung allerdings anders aus. Gerade kleinere Staaten trifft die Abwanderung oft hart.
- KarimDas stimmt. Global betrachtet ist es keineswegs ein Nullsummenspiel, aber die Gewinne sind ungleich verteilt.
- MariaUnd warum sind Sie zurückgekommen?
- KarimDie Familie, vor allem. Und, offen gesagt, auch die Erkenntnis, dass die Bedingungen hier besser sind, als ich früher dachte. Manches lernt man erst aus der Ferne zu schätzen.
Übung 4: Genau zugehört
Beantworten Sie die Fragen.
- Warum ging Karim nach Kanada?
- Warum findet er den Begriff Brain Drain zu dramatisch?
- Welchen Einwand bringt Maria?
- Warum ist Karim zurückgekommen?
Lösungen anzeigen
- Aus Neugier und wegen eines Angebots mit mehr Verantwortung.
- Weil viele zurückkommen und Erfahrungen, Kontakte und Sprachen mitbringen.
- Für Länder, die dauerhaft Fachkräfte verlieren, vor allem kleinere Staaten, ist die Abwanderung ein Verlust.
- Wegen der Familie und weil er die Bedingungen in Deutschland besser findet als früher gedacht.